Sandbucht_Havel
Allgemein

Zum Froschkonzert in die Wildnis

Molkenberg_Havel(c)mioreisen
Morgenstimmung_Havel

Ein Firmenausflug ins Westhavelland

Der Wunsch nach Natur und Draußen sein und die Aussicht auf sommerliches Wetter lockte unser MIO Reisen Team zum Firmenausflug. Also packten wir die sieben Sachen, um ein verlängertes Wochenende mit dem Kajak im Westhavelland zu verbringen.

Über Brandenburg an der Havel und Rathenow erreichten wir gegen Abend das kleine Dörfchen Molkenberg. Molkenberg liegt am Zusammenfluss zwischen Havel und Gülper Havel. Bereits von Weitem hörten wir das Klappern der Störche. Hoch oben auf den ziegelgedeckten Dächern waren sie mit der Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt. Den Störchen zuzusehen, macht einfach nur glücklich.

Ankunft im Naturparadies

An der Marina Molkenberg, einem Wasserwanderrastplatz für Paddler und Freizeitkapitäne mit Motorbooten, wurden wir freundlich empfangen und schlugen unsere Zelte am Havelufer auf. Die untergehende Sonne sorgte für eine faszinierende Lichtspiegelung der Havel. Das in der Dämmerung einsetzende Froschkonzert wiegte uns sanft in den Schlaf.

Am nächsten Morgen hatte sich der Fluss in einen Nebelmantel gehüllt. Voller Vorfreude auf den ersten Tag ging es zunächst zum Schwimmen in die Havel. Danach genossen wir ein zünftiges Outdoor-Frühstück mit Krümelkaffee, Müsli und Haferkeksen. Eine wunderbare Aussicht gab es gratis dazu. Im nahe gelegenen Tante Emma Laden in Schollene versorgten wir uns mit Verpflegung. Dann wurde Zelt und Schlafsäcke in unseren Kajaks verstaut.

Pause_vom_Paddeln_Havel

Von Molkenberg auf der Gülper Havel paddeln

Gegen 10 Uhr starteten wir unsere Paddeltour auf der Gülper Havel, dem Altarm des Flusses. Die Gülper Havel ist Vogelschutzgebiet und darf erst nach der Brutzeit ab Ende Juni befahren werden. Unsere Boote glitten fast lautlos durch eine Naturidylle. Endlose Weite, blühende Seerosen und malerischen Uferböschungen umgaben uns. Mal wurden wir von einem Nutria begleitet, dann konnten wir einem Fischreiher bei seinem Beutezug beobachten.

Nach reichlich zwei Stunden Fahrt erreichten wir vor dem Gülper See eine Schleuse, die wir selbst bedienten. Kurz darauf vereinte sich die Gülper Havel wieder mit der Havel und wir legten in Strohdehne an. Das Dörfchen befindet sich inmitten des Sternenparks Havelland, einem Ort ohne Lichtverschmutzung, der bei klarem Wetter atemberaubende Blicke auf den nächtlichen Sternenhimmel freigibt.

Schleuse_Havel
Strohdehne_Havelland

Großstädter aufs Land?!

Wir nutzen den Naturbadestrand an der Havel zur Abkühlung und für ein Mittagspicknick. Anschließend paddelten wir die Haupthavel stromabwärts Richtung Havelberg. Gegen Nachmittag überkam uns der Wunsch nach einer kühlen Erfrischung. Ein Eisbecher wäre jetzt das Richtige. Wir legten in Vehlgast an. Aber bereits der angelnde „Eingeborene“ am Ufer lässt unseren Wunschtraum platzen. “Hier gibt’s nichts” teilte er uns kurz mit. Wir schauen uns ein wenig im Örtchen um und entdecken erstaunlich viele parkende Autos mit Berliner Nummernschildern. Wir sehen viele fleißige Großstädter, die ihre neu in Besitz genommenen Landhäuser auf Vordermann bringen. Nervtötende Dielenschleifgeräte, klopfende Hämmer und surrende Akkuschrauber durchbrechen die Stille des Dorfes. Wir fragen uns, wie dieser Ort wohl an einem Wochentag bei Nieselregen wirkt, wenn die noch verbliebenen Einheimischen unter sich sind.

Die letzten Kilometer vor dem heutigen Ziel

Also weiter nach Havelberg. Der Fluss ist nun breit geworden und wir werden des Öfteren von kleineren und größeren Motorbooten überholt. Im Wellengang fühlen wir uns manchmal wie auf hoher See.

Immer wieder gibt es am Ufer kleine Badebuchten mit Sandstrand, die auch wir für eine kurze Abkühlung gern aufsuchen. Nach einer weiteren Stunde kommt der imposante Havelberger Dom aus dem 12. Jahrhundert in Sichtweite. Wir sind froh bald am Ziel zu sein. Nach 25 Kilometern werden uns so langsam die Arme lang.

Paddler_Havel(c)mioreisen
kurz vor Havelberg

Havelberg – zwischen Schönheit und Verfall

In der Stadt ist an diesem warmen Samstagabend viel los. Am Ufer der Havel werden wir immer wieder von Einheimischen begrüßt. Viele sitzen im Grünen, Angeln, Baden oder trinken zusammen ein Bier. Die Atmosphäre ist ausgelassen und unbeschwert. Wir übernachten beim hiesigen Ruderverein und erfahren viel Interessantes über Havelberg und das Leben hier. Vom Wegzug der jungen Generation, von überzogenen Immobilienpreisen und vom Leerstand der Geschäfte in der Unterstadt.

Gut essen hält Leib und Seele zusammen

Viele Fahrradfahrer machen in Havelberg Station, hier kreuzen nicht nur die Flüsse Havel und Elbe sondern auch wichtige  Flussradwege. Zum Abendessen wird uns das Restaurant Fontana empfohlen, welches sich vor dem Steintor befindet. Hier stärken wir uns mit einem leckeren Rumpsteak vom Lavasteingrill mit knackigem Salat. Wir treffen auf engagierte Wirtsleute, die mit viel Liebe und Hingabe ihrer Berufung nachgehen. Der anschließende Spaziergang zeigt uns dann eine erschreckend leere und verlassene Unterstadt mit zum Teil wunderschöner historischer Bausubstanz. Einzelnen Objekte sind liebevoll saniert und werden genutzt, ein Großteil der unsanierten historischen Häuser sind jedoch dem Verfall preisgegeben.

Badebucht_Havel
Havelberg

Gute Gespräche – neue Eindrücke

Wir sind an diesem Abend sehr geschafft und schlafen schnell ein. Am nächsten Morgen frühstücken wir in netter familiärer Atmosphäre. Wir kommen mit einigen Fahrradfahrern ins Gespräch. Diese sind allein oder zu zweit und aus verschiedensten Beweggründen unterwegs. Ein Musiker ist dabei, der durch die Corona-Pandemie plötzlich keine Auftritte mehr hat und seine freie Zeit nun auf dem Sattel verbringt. Wir treffen einen Freundeskreis von Genussradlern, die nach dem Lockdown endlich wieder unterwegs sind und sich etwas gönnen.

Stromaufwärts zurück

Von Havelberg aus paddeln wir heute wieder zurück zum Ausgangspunkt nach Molkenberg. Durch die geringe Strömung der Havel, kommen wir heute dank Rückenwind sogar etwas schneller auf der 25 Kilometer Wasserstrecke voran. Wir hatten zunächst überlegt, ob es sinnvoll ist, die gleiche Strecke zweimal zu befahren. Schnell stellen wir aber fest, dass es sich lohnt, diese Tour stromabwärts und wieder stromaufwärts zu paddeln. Wir  gewinnen heute ganz andere Eindrücke als den Tag zuvor. Viele Stand-up Paddler sind heute unterwegs, zum Teil mit Gepäck für eine Übernachtung in der Wildnis. Diese SUPs haben sich durchgesetzt und wir fragen uns, wieviel Kilometer sich wohl stehend auf einem aufblasbaren Surfbrett bewältigen lassen.

Geschafft(c)mioreisen
Storch

Ein Sonntagabend im Havelland

In Molkenberg angekommen, gönnen wir uns zum Abschied noch ein Abendessen mit frischem Fisch aus der Havel und dazu ein kühles Bier. Dies ist möglich, da die Marina Molkenberg über ein als Restaurantschiff ausgebautes Boot verfügt. Die Betreiberin ist eine waschechte Molkenbergerin, die sich hier eine Zukunftsperspektive geschaffen hat. Es ist fast ein wenig außergewöhnlich für den 150 Seelen-Ort mitten im Naturparadies. Daher nehmen wir gern in Kauf, dass unser Nachtisch ohne Sahne serviert wird. An einem Sonntagabend im Havelland lohnt es nicht mehr den Siphon anzustellen.

Reisen ist Perspektivwechsel

Wir fühlen uns nach diesem Wochenende sehr lebendig und durch neue Eindrücke und interessante Gespräche bereichert. Viele Ideen haben wir gesammelt und neue Kraft getankt. Einmal mehr stellen wir fest, dass unser Beruf unsere Berufung ist. Reisen ist so viel mehr als nur kurz mal weg sein. Es ist Neugier, Perspektivwechsel, Entdecken und Zuhören.

Diese verschiedenen Aspekte finden sich in unseren Reiseprogrammen wieder. Raus aus dem Alltag, rein in die Natur – Ankommen und Wohlfühlen mit MIO Reisen.

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